Offener Brief an Kanzler Merz: Ablehnung der Vorschläge der Rentenkommission – keine Rentenreform zu Lasten des Bürgers

Betreff: Ablehnung der Vorschläge der Rentenkommission – keine Rentenreform zu Lasten des Bürgers

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,

als Rentner im 74ten Lebensjahr – der noch bis Dez. 2025 sozialversicherungspflichtig beschäftigt war, also seinen Beitrag an die Gesellschaft geleistet hat – lehne ich die Vorschläge der Alterssicherungskommission entschieden ab. Die Kommission hat zwar ein umfangreiches Paket[1] mit 33 Empfehlungen vorgelegt. Doch hinter der technokratischen Sprache verbirgt sich eine politische Linie, die dem Bürger in empörender Weise weitere Zumutungen aufbürdet: länger arbeiten, gesetzliche Ansprüche relativieren, Kapitalmarktrisiken eingehen, private Vorsorge erzwingen und die Verantwortung schrittweise vom Sozialstaat auf den Einzelnen verschieben.

Das ist keine bürgernahe Rentenreform. Das ist der Versuch, die durch jahrelange Beitragszahlungen rechtmäßig erworbenen Rentenansprüche zu pulverisieren.

Mit der vorgeschlagene Zielgröße eines Gesamtversorgungsniveaus von mindestens 70% netto nach Steuern in einem 4-Säulensystem[2] verabreichen Sie eine bloße Beruhigungspille. In Wahrheit ist es nur ein Rechentrick. Denn diese 70% sollen nicht durch eine starke gesetzliche Rente garantiert werden, sondern durch ein Zusammenspiel aus gesetzlicher Rente, Kapitalrente, Betriebsrente und privater Vorsorge. Was die Gaukler von der Kommission hier mit der Rente versuchen ist der Hütchenspieler Trick, bekannt von den Jahrmärkten.

Eine rechnerische Gesamtquote hilft niemandem, besteht sie doch aus Bausteinen, – real nicht erreichbar für Millionen Beschäftigte. Wer keine Betriebsrente hatte, nicht privat vorsorgen konnte, in Teilzeit arbeitete, Angehörige pflegte, prekär beschäftigt war, gesundheitliche Brüche erlebte oder jahrzehntelang im Niedriglohnsektor arbeitete, fällt schlicht durch dieses Raster. Eine statistische 70-Prozent-Quote ist kein individueller Rechtsanspruch, sondern bloße Augenwischerei.

deutlich hinter vergleichbaren Nachbarn wie Österreich (87%) und Dänemark (77%).[3] Dabei wird das deutsche, gesetzliche Rentenniveau lediglich bei 48% stabilisiert.[4]

Auch die Betonung der Nettoersatzquote ist nur ein weiterer Nebelwerfer. Der deutsche Durchschnittsverdiener liegt bei einer Nettoersatzrate (OECD) von nur rund 53% Wer nun verschiedene Säulen zusammenrechnet, kann zwar einen besseren Mischwert präsentieren, verschleiert aber dergestalt die faktische Aushöhlung die gesetzliche Rente.

Die durchsichtige Taktik hierbei: das niedrige gesetzliche Rentenniveau politisch aus der Schußlinie zu nehmen.

Auch die DIGITALE Rentenübersicht ist so ein typisches Ablenkungsmanöver. Nur: wer zu wenig Ansprüche aufgebaut hat, bekommt durch eine bessere App keinen € mehr Rente. Wer sein Rentenloch digital besser sieht, kann sich davon nix kaufen, – danke Herr Bundeskanzler.

Von völliger, sozialer Blindheit zeugt die Empfehlung, das Renteneintrittsalter nach 2031 an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Die Kommission schlägt vor, ein Jahr zusätzliche Lebenserwartung im Verhältnis 2:1 aufzuteilen: acht Monate längeres Arbeiten, vier Monate längerer Rentenbezug.[5] Das klingt mathematisch sauber, ist aber eine unerträgliche, soziale Empathielosigkeit.

Lebenserwartung ist nicht gleich verteilt. „Der See ist zwar im Durchschnitt nur 1m tief, aber die Kuh ist trotzdem ersoffen.“ Binsenweisheit: Menschen mit höherem Einkommen, stabiler Beschäftigung und körperlich weniger belastenden Berufen leben i.d.R. gesünder und können oft länger arbeiten. Dagegen, Pflegekräfte, Bauarbeiter, Schichtarbeiter, Logistiker, Reinigungskräfte, Industriearbeiter, kurz: die REAL wertschöpfend Tätigen, tragen höhere gesundheitliche Risiken. Die Lebenserwartung von Berufspolitikern, Akademikern und Beamten kann nicht die Meßlatte für Pflegekräfte, Bauarbeiter und Schichtarbeiter sein.

Ebenso falsch ist die Empfehlung, den abschlagsfreien Renteneintritt für besonders langjährig Versicherte abzuschaffen.[6] Die Kommission argumentiert hier formal: daß Beitragsjahre kein präziser Indikator für körperliche oder psychische Belastung seien. Diesen Schutz einfach abzuräumen ist allerdings ein logischer Kurzschluß: Wer 45 Jahre gearbeitet und eingezahlt hat, hat nicht zu wenig geleistet, sondern mehr als genug.

Wer 45 Jahre gearbeitet hat, braucht keine Belehrung über Generationengerechtigkeit, die seine Lebensleistung entwertet. Er hat geliefert.

Die vorgeschlagenen Gesundheitschecks und Härtefallregeln ändern daran wenig.[7] Sie klingen sozial, führen aber zu einem Bürokratismus nach dem Motto: erst kaputtarbeiten, dann Antrag stellen. Belastende Arbeit muß strukturell anerkannt werden, nicht erst nach medizinischer Begutachtung im Einzelfall. Wer körperlich gearbeitet hat, sollte nicht in ein System aus Inquisition, Bürokratie und Mißtrauen gezwungen werden.

Und jetzt auch noch der Irrsinn mit der Kapitalrente. Die Kommission empfiehlt eine stärker kapitalgedeckte Altersvorsorge, unter anderem mit einem zusätzlichen Beitragssatz von 2%, der paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen werden soll.[8] Dazu kommen Frühstart-Rente, Betriebsrente und private Vorsorge. Das soll wohl modern klingen, ist aber eine Verschiebung von Sozialstaatslogik hin zu Finanzmarktlogik.

Kapitalmärkte können u.U. Renditen erbringen, aber sie garantieren keine soziale Sicherheit. Betriebsrenten erreichen Beschäftigte in großen, tarifgebundenen Unternehmen besser als Menschen in kleinen Betrieben, Minijobs, Ein-€-Jobs, IchAG, Teilzeit oder prekärer Beschäftigung. Private Vorsorge ist für Menschen mit niedrigen Einkommen kaum zu stemmen. Die Frühstart-Rente ist eine lustige Petitesse, aber strukturell völlig unbedeutend. Eine Säule, die nur für stabile Erwerbsbiografien, sichere Arbeitgeber und Kapitalmarktrenditen funktioniert, ist keine soziale Säule – sie ist eine Schönwetterkonstruktion.

Die Kommission gaukelt diese Finanzmarktpflicht als soziale Sicherheit vor – nur, das Risiko trägt am Ende der Bürger.

Die implizite Pflicht zur Spekulation am Kapitalmarkt ist dabei schlicht eine Frechheit!

Der größte Denkfehler liegt aber noch tiefer: Die Kommission behandelt Kapitalmärkte, als seien sie eine Art magischer Tresorraum neben der wirklichen Wirtschaft. Als könne man schwächelnde Erwerbseinkommen, schrumpfende Industrie, hohe Energiepreise, Arbeitsplatzabbau und Standortverlagerungen einfach dadurch kompensieren, daß man einen Teil der Rente künftig in Fonds steckt. Ganzheitliche Denke = Fehlanzeige!

Das ist ökonomisch absurd!

Renten – egal ob umlagefinanziert, steuerfinanziert oder kapitalgedeckt – sind am Ende immer Ansprüche auf eine künftige reale, volkswirtschaftliche Wertschöpfung: auf Güter, Dienstleistungen, Löhne, Gewinne, Produktivität, Steuereinnahmen und Unternehmenssubstanz. Wenn diese Realwirtschaft geschwächt wird, gefährdet das nicht nur die Beitragsbasis der gesetzlichen Rente. Es schwächt auch genau jene ohnehin volatilen Kapitalmärkte, die angeblich die Rettung bringen sollen. Das ist schlichte Lehrbuch VWL!

„It’s the economy, stupid“ (Bill Clinton).

Die Kommission tut so, als gäbe es zwei getrennte Welten: hier die „problematische“ gesetzliche Rente, abhängig von Löhnen und Beschäftigung; dort der angeblich elegante Kapitalmarkt, der mit Rendite alles wieder richtet. Das ist ungefähr so überzeugend wie die Idee, ein brennendes Haus dadurch zu retten, daß man eine Feuerversicherung auf das Nachbarhaus abschließt. – Nix gelernt aus der Finanzkrise von 2008, nix aus der Geschichte der Bankenkrisen der letzten 1.000 Jahre?! – Blinde Flecken allenthalben!

Und nochmal: „It’s the economy, stupid“ Wenn Unternehmen schließen, Produktion verlagert wird, Industriearbeitsplätze verschwinden und Investitionen ausbleiben, dann leiden nicht nur Rentenbeiträge. Dann leiden auch Unternehmensgewinne, Aktienbewertungen, Steuereinnahmen, Konsum, Innovationskraft und die gesamte Grundlage künftiger Renditen. Kapitalmärkte sind kein Paralleluniversum. Sie sind der Preisspiegel realer wirtschaftlicher Erwartungen.

Natürlich kann man global investieren. Dann hängt die deutsche Altersvorsorge eben stärker von amerikanischen Konzernen, asiatischer Industrie, globalen Währungsrisiken, geopolitischen Konflikten und ausländischer Wertschöpfung ab.

Herzlichen Glückwunsch Herr Bundeskanzler: Die deutsche Politik schwächt sehenden Auges den eigenen Standort und erklärt den Bürgern so ganz nonchalant, ihre Alterssicherung solle künftig bitte vom Erfolg tüchtiger Amerikaner, Chinesen und Inder abhängen. Das nennt man dann vermutlich „moderne Vorsorge“. – das ist nur noch IRRE!

Genau hier wirkt die Kapitalrentenlogik der Kommission besonders grotesk. Erst wird die deutsche Wirtschaft – politisch gewollt u. hausgemacht – durch hohe Energiepreise, Bürokratie, planungsunsichere Transformationspolitik, CO₂-Kosten, Verbrenner-Aus, überteuerte Mobilitätswende und einen politisch verteuerten Energiemix geschwächt. Dann erklärt man den Bürgern, die gesetzliche Rente sei wegen schwächerer Lohn- und Beitragsbasis nicht mehr sicher genug. Und als Lösung präsentiert man Kapitalmärkte – also genau jene Märkte, deren reale Grundlage ebenfalls von Wirtschaftskraft abhängt.

Frage lieber Herr Bundeskanzler: „Nix gelernt in Ihrer Zeit als Aufsichtsratsvorsitzender der Finanzmarkt-Heuschrecke BlackRock Deutschland AG?“

Das ist kein Reformkonzept. Das ist Rentenpolitik nach dem Motto: Wir sägen am Ast des Rentenfundaments und verkaufen dann den Rentnern anschließend Motorsägen-Aktien.

Besonders sichtbar wird die Absurdität in der Energie- und Industriepolitik. Der Anteil russischen Pipelinegases an den deutschen Gasimporten fiel von rund 55% im Jahr 2021 auf nahe NULL% im Jahr 2025.[9] Deutschland hat damit seine frühere Energiearchitektur grundlegend geschliffen. Billiges „Gas aus der Leitung“ wurde durch massiv verteuertes „LNG aus der Flasche“, ersetzt. Gleichzeitig wurden in 2023 die letzten deutschen Kernkraftwerke abgeschaltet.[10] Die Versorgung wird immer stärker auf volatile Erzeugung durch Wind und Sonne gebaut, während Netze, Speicher, Reservekapazitäten und Industriepreise hinterherlaufen. Man kann das alles „Transformation“ nennen. Unternehmen nennen es inzwischen: Kostenrisiko, Standortnachteil und Investitionsbremse.

Die Folgen sind längst sichtbar. Laut DIHK sehen 41% aller Unternehmen und 63% der Industrieunternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Energiepreise gefährdet; bei großen Industrieunternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten schränken 59% aufgrund hoher Energiekosten ihre Produktion im Inland ein oder planen dies.[11] 2025 wurden in Deutschland 24.064 Unternehmensinsolvenzen registriert, 10,3% mehr als im Vorjahr und der höchste Stand seit 2014.[12] BASF kündigte 2024 weitere Schließungen am Standort Ludwigshafen für 2025 an, um die Wettbewerbsfähigkeit unter veränderten Standortbedingungen zu sichern.[13]

Und dann wundert man sich ernsthaft, wie energieintensive Branchen reagieren? Chemie, Grundstoffindustrie, Teile der Automobil- und Zulieferindustrie, Metall, Glas, Papier – das sind keine nostalgischen Museumsbranchen, sondern industrielle Wertschöpfungsketten. Wenn diese schließen, schrumpfen oder ins Ausland verlagern, verliert Deutschland nicht nur Arbeitsplätze. Es verliert Beitragsbasis, Steuerbasis, Know-how, Exportstärke, Produktivität und eben auch Kapitalmarktpotenzial. And, – again and again: „It’s the economy, stupid!“ Die Regierungspolitik hat den Schuß noch nicht gehört!

Wer also die Rentenbasis sichern will, muß die Wirtschaft sichern. Nicht als Nebensache. Als Hauptsache! Eine Rentenkommission, die über Kapitaldeckung redet, aber die wirtschaftspolitische Zerstörung der realen Renditebasis nicht ins Zentrum stellt, betreibt Rechenkunst im luftleeren Raum.

Denn es gibt in der Rentenökonomie so eine Art Erhaltungssatz: Man kann Ansprüche zwischen Umlage, Steuern und Kapitalmarkt hin und her schieben. Man kann sie anders etikettieren, anders buchen, anders verpacken. Aber man kann nicht mehr reale Alterssicherung verteilen, als die künftige Volkswirtschaft real erwirtschaftet. Kapitalmärkte können eine kaputte Realwirtschaft nicht ersetzen — sie leben von ihr. Wer die Wirtschaft an die Wand fährt und das tut die gegenwärtige Wirtschaftspolitik, der zerstört zugleich die Beitragsbasis der gesetzlichen Rente und die Renditebasis der Kapitalrente.

Die Kommission verkauft den Bürgern Kapitaldeckung als Rettungsboot, während die Politik gerade dabei ist, den Hafen trockenzulegen.

Wer erst Energie verteuert, Industrie vertreibt, Arbeitsplätze gefährdet und dann Fonds als Rentenlösung präsentiert, medikamentiert die Altersvorsorge mit Voo-Doo-Magie.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: „It’s the economy, stupid“. Es ist ein einfacher kausaler Zusammenhang: Ohne starke Wirtschaft keine starken Löhne, keine starken Beiträge, keine starken Steuern – und auch keine starken Kapitalmärkte.

Wenn die Wirtschaft am Boden liegt, hilft kein noch so hübscher Rentenfonds. Dann besitzt man im Zweifel nur ein digital glänzendes Depot mit Ansprüchen auf eine schrumpfende oder fremdbestimmte Wertschöpfung. Und das soll dann die große Antwort auf Demographie sein?

Damit zum Demographie-Argument der Kommission; die greift ebenfalls viel zu kurz. Ja, Demographie spielt eine gewisse Rolle. Aber sie erklärt nicht alles. Wenn Demographie sooo entscheidend wäre, dann müßten z.B. Nigeria und Bangladesch wahre Rentenweltmeister sein. Sind sie aber nicht. Die Weltbank weist für Südasien und Subsahara-Afrika eine sehr niedrige Abdeckung von Altersleistungen von nur rund 10% aus.[14] Junge Bevölkerung allein macht also kein gutes Rentensystem. Gute Renten entstehen durch formelle Beschäftigung, gute Löhne, Produktivität, staatliche Organisation, breite Steuerbasis, funktionierende Institutionen und politischen Willen.

Also, auch hier wieder: die Wiederholung wird mir geradezu peinlich: „It’s the economy, stupid“.

Außerdem: Produktivität schlägt Demographie.

Empirisch evident: So waren noch zu Kaiser Wilhelms Zeiten ca. 40% der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig. In den 50ern nur noch knapp 25% und heute sage u. schreibe nur noch 1,2% (statista). Und Dt’ld ist nicht verhungert. Deshalb sollte es in einer hochindustrialisierten Gesellschaft wie der der BRD, mit konsistent jährlicher Produktivitätssteigerung, kein Problem sein, wenn immer weniger Beschäftigte immer mehr Rentnern gegenüberstehen. (= unprätensiöse VWL!)

Die Kommission verwechselt Demographie mit Schicksal und unterschlägt, daß schlechte Löhne, prekäre Arbeit, schwache Tarifbindung, Agenda-2010-Folgen und eine zu enge Finanzierungsbasis die Rente viel gravierender beschädigen.

Die Agenda 2010 hat die Rentenbasis massiv geschwächt. Die Bundeszentrale für politische Bildung hält fest, daß die Arbeitsmarktreformen zum Auswuchs atypischer und niedrig entlohnter Beschäftigung beigetragen zu haben, u.a. durch Rechtsänderungen bei Minijobs und Arbeitnehmerüberlassung, etc.[15] Deutschland hat sich einen erheblichen Niedriglohn- und Prekaritätssektor geschaffen (Gerhard Schröder war auch noch stolz darauf) und wundert sich anschließend über schwache Rentenanwartschaften. Rund 6,3 Mio. Jobs zählten im April 2025 weiterhin zum Niedriglohnsektor, also 16% aller Beschäftigungsverhältnisse.[16] Der Mindestlohn liegt seit Januar 2026 bei € 13,90 und soll 2027 auf € 14,60 steigen.[17] Das ist wichtig, aber keine solide Grundlage für armutsfeste Renten nach jahrzehntelanger Arbeit. Der aktuelle Mindestlohn von heute reicht nicht einmal aus, um nach einem gesamten Arbeitsleben eine Rente über der Grundsicherung zu erreichen, – ein sozialpolitischer Skandal!

Das Problem heißt nicht Demographie. Das Problem heißt politisch organisierte Erosion der Beitragsbasis: Agenda 2010, Leiharbeit, Zeitarbeit, Niedriglohn, Arbeitnehmerüberlassung, Mini-, Ein-€-Jobs, prekäre Beschäftigung, schwache Tarifbindung und ein Mindestlohn, der auch 2026 keine armutsfeste Rente ermöglicht.

Gerade deshalb ist die vorgeschlagene Mehrsäulenlogik so gefährlich. Mein alter SiemensChef selig hätte die Rentenkommission gefragt: „Meine Damen und Herren, sind sie sicher daß Ihre Maßnahmen ZIELFÜHREND sind?“ Freilich: man sollte das Ziel kennen, sonst braucht man sich nicht wundern, wenn es nicht erreicht wird! Wenn am Ende gesetzliche Rente, Kapitalrente, Betriebsrente und private Vorsorge zusammengerechnet werden, kann der Staat behaupten, das Gesamtbild stimme – auch wenn einzelne Menschen real nur eine oder zwei dieser Säulen erreichen. Die Vier-Säulen-Logik macht aus sozialer Sicherheit ein BaukastenGebäude, das auf tönernen Beinen steht.

Dänemark zeigt, daß es anders geht. Die dänische Folkepension ist eine staatliche, steuerfinanzierte Altersrente, bestehend aus Grundbetrag und Zuschlag.[18] 2026 beträgt der monatliche Grundbetrag DKK 7.544. Für Alleinstehende kommt ein Zuschlag von bis zu DKK 8.729 hinzu, zusammen also bis zu DKK 16.273 vor Steuern. Das entspricht bei dem sehr stabilen €-Krone-Kurs von rund DKK 7,46 je € etwa € 2.180 vor Steuern. Für Verheiratete oder Zusammenlebende sind es bis zu DKK 12.011 pro Person, also etwa € 1.610 vor Steuern.[19] Entscheidend ist: Diese Grundsicherung hängt nicht an einer deutschen Art von Beitragskonto, sondern an Wohnzeit und Einkommen. Eine dänische Vollzeit-Hausfrau mit voller Wohnzeit und geringem eigenem Einkommen kann also eine bedingungslose staatliche Rente erhalten, auch wenn sie nie in ein beitragsbezogenes Rentensystem eingezahlt hat. Und das ohne begrenztem Schonvermögen, dem Zwang das Auto zu versilbern, die Ersparnisse zu vervespern, die teurere Mietwohnung aufzugeben, wie in Dt‘ld!

Deutschland betrachtet die Steuerfinanzierung der gesetzlichen Rente ideologisch gefärbt als Sakrileg, obwohl andere europäische Staaten und die eigene Beamtenversorgung längst zeigen, daß steuerfinanzierte Alterssicherung kein Problem ist u. funktioniert.

Denn auch in Deutschland ist steuerfinanzierte Alterssicherung keineswegs fremd. Sie existiert längst – nur eben exklusiv für Staatsbedienstete. Beamte genießen eine Versorgung gefüttert aus öffentlichen Haushalten. Der gesetzliche Ruhegehaltssatz kann nach 40 Dienstjahren bis zu 71,75% der letzten Dienstbezüge erreichen.[20] Das durchschnittliche Ruhegehalt im öffentlichen Dienst lag im Januar 2025 bei € 3.416 brutto im Monat; die Pensionsausgaben für ehemalige Staatsbedienstete beliefen sich 2024 auf € 56,9 Mrd.[21]

Dieser Doppelstandard ist nicht vermittelbar. Für Beamte ist steuerfinanzierte Altersversorgung offenbar tragfähig, rechtlich geschützt und politisch selbstverständlich. Für Arbeiter, Angestellte, Pflegekräfte, Handwerker, Verkäuferinnen, Industriearbeiter und langjährig Versicherte wird dieselbe Idee apodiktisch als systemfremd dargestellt.

Das weckt Assoziationen mit dem hinduistischen Kastensystem: hier zwar nicht religiös oder ethnisch begründet wie in Indien, aber – schlimmer – institutionell noch rigoroser getrennt. Oben die staatsnahe, privilegierte Versorgungskaste mit steuerfinanzierter Sicherheit. Unten die normalen Beitragszahler mit Dämpfungsfaktoren, Abschlägen, Eigenvorsorgepflichten und Kapitalmarktrisiko. Das ist keine Bürgergleichheit, sondern sprichwörtliche RentenApartheit und verletzt klar die grundgesetzlich garantierte Gleichbehandlung aller Bürger. (Art. 3 Abs. 1 GG und AGG)

Deutschland darf kein rentenpolitisches Kastensystem bleiben: steuerfinanzierte Sicherheit oben, Beitragsdruck und Kapitalmarktrisiko unten.

Auch die Vorschläge zur Einbeziehung weiterer Gruppen bleiben halbherzig. Selbständige, Minijobs und einzelne Sondergruppen einzubeziehen, geht in die richtige Richtung. Aber eine Erwerbstätigenversicherung ohne echte Beamtenfrage ist keine Bürgerreform, sondern eine Schonzone für Staatsbedienstete.

Besonders auffällig ist schließlich die Kritik an der Deutschen Rentenversicherung. Die Kommission empfiehlt eine organisatorische Modernisierung der DRV und nennt Verwaltungsausgaben von rund € 5,6 Mrd. absolut. Diese große Zahl soll natürlich aufschrecken, klar. Aber das sind nur mickrige 1,3% der Gesamtausgaben.[22] Natürlich kann man Strukturen verbessern. Aber 1,3% Verwaltungsausgaben sind mitnichten ein Beweis für Staatsversagen, ganz im Gegenteil sogar ein Beweis dafür, wie effizient öffentliche Alterssicherung sein kann.

Kein privater Vorsorgeapparat organisiert Altersversorgung ähnlich effizient ohne Abschlußkosten, Drückerkolonnen, Verwaltungskosten, Fondsgebühren, Verrentungskosten und Renditeabschläge. Riester und Rürup zeigen seit Jahren, wohin solche Modelle führen können: hohe Kosten, schwache Renditeaussichten, Komplexität, geringe Transparenz.[23] Herzlichsten Dank von der Finanzindustrie! Wer nach Riester und Rürup immer noch glaubt, private Vorsorge sei automatisch effizienter als die gesetzliche Rente, hat aus zwanzig Jahren verfehlter Altersvorsorgepolitik und Agenda 2010 nichts gelernt.

Vor diesem Hintergrund wirkt auch die Zusammensetzung der Kommission problematisch. Die Alterssicherungskommission ist ein von der Bundesregierung eingesetztes sog. Expertengremium, „wessen Brot ich es‘, dessen Lied ich sing“. Die Deutsche Rentenversicherung nahm nur als Sachverständige ohne Stimmrecht teil.[24] Das wirft die politische Frage auf: Wo sind in dieser Kommission die Menschen, die 45 Jahre körperlich gearbeitet haben? Wo sind Pflegekräfte, Handwerker, Industriearbeiter, Verkäuferinnen, Beschäftigte aus Logistik, Reinigung, Gastronomie, Schichtarbeit, Zeitarbeit und Niedriglohn? Wo sitzen Witwen, Erwerbsgeminderte, prekär Beschäftigte, Menschen mit gebrochenen Erwerbsbiografien und Frauen mit Care-Arbeit? Wie sind die Betroffenen repräsentiert?

Eine Rentenpolitik über die Köpfe der Betroffenen hinweg ist keine Reform im Bürgerinteresse und demokratisch schon garnicht. Sie ist technokratische Sozialkürzung mit Expertensiegel.

Besonders verstörend wirkt die Prioritätensetzung, weil gleichzeitig enorme Mittel für Ukraine-Unterstützung, Rüstung und Verteidigung mobilisiert werden. Die Bundesregierung beziffert die bilaterale zivile Unterstützung der Ukraine auf rund € 41 Mrd. und die militärische Unterstützung auf rund € 55,5 Mrd.[25] Im Bundeshaushalt 2025 bleiben € 8,3 Mrd. Ukraine-Unterstützung vorgesehen; der Verteidigungsetat liegt bei rund € 62 Mrd.[26] Wer solche Summen für geopolitische Verpflichtungen und Kriege, die nicht die unseren sind, mobilisieren kann, sollte der eigenen Bevölkerung nicht erklären, daß ausgerechnet bei Rente, Witwenversorgung und Lebensleistung plötzlich jeder € zweimal umgedreht werden muß.

Deshalb fordere ich auch im Namen meiner Mitbürger: keine blinde Reform-Akrobatik

  1. Keine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters. Wer jahrzehntelang gearbeitet und Beiträge abgedrückt hat, darf nicht wie ein Kostenfaktor behandelt werden.
  2. Keine Abschaffung oder Entwertung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren. 45 Jahre Arbeit sind genug.
  3. Keine Schwächung der Witwenrente. Hinterbliebene brauchen Sicherheit, keine technokratischen Reformexperimente.
  4. Keine verpflichtende Kapitalmarktrente als Ersatz für eine starke gesetzliche Rente. Altersversorgung ist keine Börsenwette.
  5. Mittelfristig: Die Steuerfinanzierung der Rente, so daß die gesamte volkswirtschaftliche Leistung zur Alterssicherung beiträgt – Unternehmensgewinne, Kapitalerträge, Konsum, Mehrwertsteuer, digitale Wertschöpfung und nicht nur Arbeitseinkommen. „It’s the [whole] economy, stupid!“
  6. Eine echte Erwerbstätigenversicherung, die auch die ideologisch verbrämte Beamtenfrage nicht länger ausklammert.
  7. Beseitigung der politisch verursachten Erosion der Rentenbasis durch Niedriglohn, Leiharbeit, Zeitarbeit, prekäre Beschäftigung, schwache Tarifbindung und zu geringe Löhne.
  8. Eine Rentenkommission, in der Betroffene, Arbeitnehmer, Rentner, Gewerkschaften, Sozialverbände und Menschen aus belastenden Berufen tatsächlich vertreten sind.
  9. Eine Wirtschaftspolitik, die Energie bezahlbar macht, Bürokratie abbaut, Industrie im Land hält und damit die reale Grundlage für stabile Renten, Steuern und Kapitalmärkte sichert.
  10. Eine klare Priorität für Rentner, Beitragszahler und soziale Sicherheit vor immer neuen Mrd. für Rüstung und außenpolitische Abenteuer.

Diese Vorschläge der Rentenkommission sind kein Rentenaufbruch. Sie sind der Versuch, die gesetzliche Rente optisch zu stabilisieren, während reale Sicherheit durch spätere Rente, Kapitalmarktrisiken, private Zusatzpflichten und Bedürftigkeitsbürokratie immer prekärer wird.

Wer von Leistung spricht, muß Lebensleistung respektieren. Wer von Verantwortung spricht, muß Verantwortung für die eigene Bevölkerung übernehmen. Und wer von Reform spricht, sollte zuerst dort lernen, wo Rentensysteme besser funktionieren als in Deutschland: in Österreich, in Dänemark – und vielleicht sogar in der eigenen deutschen Beamtenversorgung.

Wenn Geld fehlt, dann holen Sie es nicht bei Rentnern, Witwen, Familien und Arbeitnehmern. Holen Sie es dort, wo es tatsächlich vorhanden ist: bei großen Vermögen, sehr hohen Einkommen, Steuervermeidung, politischer Verschwendung und aufgeblähten Auslands- und Rüstungsausgaben.

– Oder schlichtweg dort, wo Sie auch die € Mrd. für Bundeswehr, Ukraine und Waffenkäufe in den USA herholen; – finanzielle Mittel sind offenbar Legion, also bitte keine billigen Ausreden à la „Schwäbische Hausfrau“ oder „man kann nur das Geld ausgeben, welches da ist“!

Schlußbemerkung: Es sei Ihnen als bloßer Jurist Herr Bundeskanzler aber ganz unbenommen, von Ökonomie/VWL wenig bis keine Ahnung zu haben. Deshalb meine Empfehlung: Machen Sie Sich schlau, gehen Sie einfach noch einmal in die Lehre, z.B. nach Österreich oder Dänemark. Selbstverständlich zu einem angemessenen Lehrlingsgehalt. Oder – falls Ihnen dringende Regierungsgeschäfte keine Zeit lassen – schicken Sie Ihre Rentenkommission in Vertretung. Ich verspreche Ihnen oder der Rentenkommission Offenbarungen ungeahnten Ausmaßes …

respektvoll & mit freundlichen Grüßen Ihr

Peter Johann

(Peter.Johann@Online.de)


[1] Bundesministerium für Arbeit und Soziales: „Rentenkommission 2026“; Abschluß Bericht der Alterssicherungskommission mit 33 Empfehlungen.

[2] Alterssicherungskommission: Empfehlung 1 und 2; Zielgröße Nettoersatzquote von mindestens 70% nach Steuern im Mehrsäulensystem und Ausweisung von Nettoersatzquoten.

[3] OECD: „Pensions at a Glance 2025“, Nettoersatzraten für Durchschnittsverdiener: Deutschland 53,3%, Österreich 86,8%, Dänemark 77,1%, OECD-Durchschnitt 63,2%.

[4] Bundesregierung / Bundestag: Rentenpaket 2025; Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48% bis 2031.

[5] Alterssicherungskommission: Empfehlung 5; Kopplung der Regelaltersgrenze an die Lebenserwartung nach 2031 im Verhältnis 2:1.

[6] Alterssicherungskommission: Empfehlung 6; Abschaffung des abschlagsfreien Renteneintritts für besonders langjährig Versicherte.

[7] Alterssicherungskommission: Empfehlungen zu Ü-45-Check, Gesundheitsprüfung, Erwerbsminderung und Härtefallregelungen.

[8] Alterssicherungskommission: Empfehlungen 27 bis 31; Stärkung kapitalgedeckter Elemente, gesetzliche Kapitalrente, Frühstart-Rente und Verzahnung kapitalgedeckter Vorsorge.

[9] Rat der Europäischen Union: Anteil russischen Pipelinegases an EU-Importen von rund 40% 2021 auf rund 6% 2025 gesunken.

[10] Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung / Bundeswirtschaftsministerium: Abschaltung der letzten drei deutschen Kernkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 am 15. April 2023.

[11] DIHK: Energiewende-Barometer 2025; 41% aller Unternehmen und 63% der Industrieunternehmen sehen Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Energiepreise gefährdet; 59% großer Industrieunternehmen schränken Produktion im Inland ein oder planen dies.

[12] Statistisches Bundesamt: Unternehmensinsolvenzen 2025; 24.064 Fälle, +10,3% gegenüber Vorjahr, höchster Stand seit 2014.

[13] BASF: Pressemitteilung vom 29. August 2024; Schließungen am Standort Ludwigshafen im Laufe des Jahres 2025 zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit unter veränderten Marktbedingungen.

[14] World Bank: „Pensions and Retirement Income in an Aging World“, 2025; Südasien und Subsahara-Afrika mit sehr niedriger Abdeckung von Altersleistungen von rund zehn%.

[15] Bundeszentrale für politische Bildung: Ulrich Walwei, „Agenda 2010 und Arbeitsmarkt: Eine Bilanz“, 2017; Vorwurf des Aufwuchses atypischer und niedrig entlohnter Beschäftigung durch Reformen, unter anderem Minijobs und Arbeitnehmerüberlassung.

[17] Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Mindestlohn 2026 bei € 13,90, 2027 bei € 14,60.

[18] Life in Denmark / borger.dk: State Pension; dänische Folkepension als staatliche Altersrente mit Grundbetrag und Zuschlag.

[19] Life in Denmark / borger.dk: Monatliche Beträge der dänischen Folkepension 2026; Danmarks Nationalbank / Europäische Zentralbank zum stabilen €-Krone-Kurs um 7,46 DKK je €.

[20] Beamtenversorgungsgesetz, § 14 BeamtVG; Ruhegehaltssatz 1,79375% je Dienstjahr, höchstens 71,75%.

[21] Statistisches Bundesamt: Pensionärinnen und Pensionäre im öffentlichen Dienst, Januar 2025; durchschnittliches Ruhegehalt € 3.416 brutto, Pensionsausgaben 2024: € 56,9 Mrd.

[22] Alterssicherungskommission: Empfehlung 33; DRV-Verwaltungsausgaben rund 1,3% der Gesamtausgaben beziehungsweise rund 5,6 Milliarden € absolut.

[23] Finanzwende: Studie 2026 zu Riester- und Rürup-Renten; hohe Kosten und schwache Renditeaussichten. Verbraucherzentrale: Kritik an hohen Abschluß- und Verwaltungskosten bei Rürup beziehungsweise Kostenproblemen bei Riester.

[24] Bundesregierung / Deutsche Rentenversicherung: Alterssicherungskommission als von der Bundesregierung eingesetztes Expertengremium; Deutsche Rentenversicherung als Sachverständige ohne Stimmrecht.

[25] Bundesregierung / Auswärtiges Amt: Deutsche Unterstützung für die Ukraine; rund 41 Milliarden € zivile Unterstützung und rund € 55,5 Mrd. militärische Unterstützung, geleistet beziehungsweise bereitgestellt.

[26] Bundesministerium der Finanzen / Bundestag: Bundeshaushalt 2025; € 8,3 Mrd. Ukraine-Unterstützung, Verteidigungsetat rund € 62 Mrd.

4 Kommentare

  1. Genau das, was ich denke, hier glasklar formuliert und in Form gebracht, danke für die Bestätigung.
    Das muss unbedingt publik gemacht werden! Besonders die Prioritätensetzung stimmt in diesem Land nicht.
    Ich bin nur vollkommen ratlos, was man dagegen tun kann, aber dieser offene Brief ist ja schon mal ein wichtiger erster Schritt. Wollen wir wirklich einfach zuschauen, wie auch diese soziale Errungenschaft der Rente durch die neue ” Rentenreform” zunichte gemacht wird , genauso wie wir einfach zugeschaut haben, wie der Bundestag die neue” Gesundheitsreform” schon beschlossen hat?

  2. Was soll ich sagen? Der Mann weiß genau wovon er spricht und hat in allen Punkten recht. Ich wünschte, solch qualifizierte Menschen hätten wir an der Spitze unserer Regierung. Zusammenhänge erfassen und adäquat reagieren, aber das schafft keiner unserer Minister und Herr Merz? Na ja, ich möchte nicht unhöflich sein. Vielen Dank für diese kompetente Zusammenfassung.

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