Junge Generation sieht ihre Zunkunft im Generationenvertrag

Eine im Auftrag der IG Metall durchgeführte Infratest-Umfrage brachte es sehr deutlich zu Tage:

72 % der 18- bis 34-jährigen würden eine Zukunft in einem reformierten Generationenvertrag sehen.

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Sie würden mehr Rentenversicherungsbeiträge zahlen, wenn damit ihre Rente sicherer und den Lebensstandard erhaltend gemacht würde. 79 % sind konsequenterweise dafür, die Rentenversicherung so zu reformieren, dass alle Erwerbstätigen einzahlen. Also auch Selbständige, Politiker und Beamte.

Wenig überraschend sind die Umfrgeergebnisse bezüglich des Vertrauens in die (jetzige) Rentenversicherung: 60% der 18- bis 34-jährigen vertrauen ihr wenig bis gar nicht. 73 % von ihnen erwarten, dass sie später nicht gut von ihrer Rente leben können.

Es wird (gerade von älteren Jahrgängen) häufiger beklagt, dass junge Menschen sich zu wenig um ihre Altersvorsorge kümmerten. Die Umfrageergebnisse widersprechen dieser Einschätzung offensichtlich. Die Zerstörung der Leistungsfähigkeit der umlagefinanzierten Rente wird sehr wohl registriert. Die Erkenntnis, dass sie zukunftsfähig gemacht werden kann, ist überraschend deutlich vorhanden.

Es kommt also darauf an, den erneuerten, grundlegend reformierten Generationenvertag als Zukunftskonzept von allen Politikern und Parteien einzufordern. Die generationenübergreifende Bereitschaft dazu ist vorhanden!

Hier die veröffentlichte Studie

10 Kommentare:

  1. Kohlhas Karl-Heinz

    Ja, auch die junge Union fordert dass ab 2030 bis 2100 das Renteneintritsalter schrittweise bis zum 70 Lebensjahr angehoben wird.
    Dabe wer weiß schon was in 14 Jahren ist. Das sind 3,5 Wahlperioden.
    Ja Experten die der Wirtschaft oder Regierung nahestehen sagen dass auch alle. In diesem Forum steht aber anderes. Es liegt in der Natur der Sache, dass man dem als Arbeitnehmer und Rentner weil es die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung wiederspiegelt.

  2. Und heute (21.04.2016) tönt ausgerechnet Finanzminister Schäuble im Radio, dass das Renten-Eintrittsalter weiter erhöht werden müsse.

    Nachdem man mit dem Wortbruch des Staates, die Auszahlungen blieben beitragsfrei, für das Abkassieren der Direktversicherten in Milliardenhöhe gesorgt hat, sollen nun offensichtlich für politisch gesteuerte Ziele, wie Zuwanderung, Eurorettung u.v.m., weitere, noch größere staatliche Zugriffe auf die Rentenkasse damit gerechtfertigt werden, dass man der Öffentlichkeit erneut die Lüge von der Überalterung der Bevölkerung vorsetzt.

    Die solcherart bisher schon aus der Rentenkasse entwendeten Milliarden-Summen hat der Staat bis heute nicht ausgeglichen, wie es die so genannte Teufel-Tabelle beweist (http://t1p.de/w5li), und sowohl der VDK, wie auch die Gewerkschaften und die anderen Sozialverbände schauen diesem Treiben einfach nur zu. Wofür existieren die dann eigentlich? Wie lange noch, glaubt man, läßt sich das arbeitende (!) Volk derart unverfroren weiter bestehlen??

    Zudem werden Betroffene, die wegen Arbeitslosigkeit ohne Aussicht auf Wiederbeschäftigung eher in Rente müssen, auch noch mit „Abschlägen“ bestraft:

    So z.B. eine promovierte Akademikerin und Mutter, die von 1975 bis 2013 OHNE Unterbrechung gearbeitet hat, die dann nach zwei Jahren ALG I mit 63 in die Rente mit lebenslang 9% „Abschlägen“ musste, zusätzlich aber auch noch Beiträge für ihre Direktversicherung zu leisten hat, so dass ihr von ihrer Altersrente gerade noch 42% ihres letzten Netto-Einkommens verbleiben:
    Ein Sozialzynismus, der die Menschenverachtung des etablierten Unrechtssystemes wieder einmal belegt.

    Nichts anderes bedeutet doch das geforderte Heraufsetzen des Renten-Eintrittsalters, als eine langfristig gewollte Demontage des Sozialstaates durch Altersarmut per Gesetz und systematisch zunehmenden staatlichen Missbrauch der von den Versicherten der GRV erarbeiteten Beiträge zur RV unter Verletzung ihres Eigentumsrechtes daran!

    Zur Demografie-Lüge ein einfacher Zusammenhang: Betrachtet man allein die Zuwanderung der letzten Jahre aus dem Ausland in unsere Sozialsysteme, wird klar, dass es sich dabei überwiegend um JUNGE Menschen handelt. Zudem ist die Sterberate in der BRD seit vielen Jahrzehnten deutlich höher als die Geburtenrate!

    Doch die Zwecklügen dieses Unrechtsstaates hören einfach nicht auf: Die ungerechte Umverteilung von immer mehr Reichtum an eine winzige Oberschicht zu Lasten derer, die man per Gesetz in die Zwangsjacke der gesetzlichen Sozialversicherung gepresst hat, geht immer weiter und wird mit immer neuen Lügen gerchtfertigt. Wie zum Hohn nennt man diese Menschen dann auch noch „abhängig Beschäftigte“; die modernen Leibeigenen.

    Man vergleiche dieses Unrecht doch bitte einmal mit der Sozialgesetzgebung in der Schweiz: Dort zahlt Jeder (!), der ein Einkommen erzielt, 20% davon für seine Sozialversicherung ein und – das funktioniert. Natürlich gibt es die Möglichkeit zusätzlicher privater Versicherungen, aber das Grundgerüst ist seit vielen Jahrzehnten stabil und so von den Eidgenossen gewollt. Kluge Entscheidung!

  3. Rosemarie Werner

    Die umlagefinanzierte Rente muß für alle Schichten des Volkes gesetzliche Pflicht
    werden. Hier darf sich einfach niemand mehr ausklinken. Auch die sog. Volksvertreter u.
    Beamten nicht !
    Es kann nicht angehen, daß die Arbeitnehmer, die im Grunde den Wohlstand unseres
    Landes maßgeblich erarbeiten, im Alter dann schlechter als alle Anderen dastehen.
    Unsere hochgelobte Demokratie muß endlich gerechter werden.
    Darum sollte sich besonders unser Bundespräsident kümmern.

  4. Mit beachtlichem Mediengetöse sollen die Menschen vom Widerstand
    abgehalten und gegeneinander ausgespielt werden: Junge gegen Alte.
    Beschäftigte gegen Rentner. Deutsche gegen Südeuropäer…… usw.
    Rentenkürzungsbeschlüsse zurücknehmen! Renteneintrittsalter senken!
    Die wirkliche Rentenformel lautet:
    Senkung des Renteneinstiegsniveaus plus Nachhaltigkeitsfaktor
    = massenhaft Unterversorgung
    Verschärft durch Abschläge weil Rentenalter nicht erreicht wird
    = massenhaft Altersarmut
    Verschärft durch Arbeitslosigkeit, Hartz IV und Niedriglohn
    = massenhaft Alterselend
    Abgelenkt werden soll von der einzigen realen
    Möglichkeit, diesen Raubzug tatsächlich zu stoppen, nämlich vom
    massenhaften Widerstand, von sozialem Kämpfen, von Streiks, bis hin
    zum Generalstreik. Abgelenkt werden soll auch von den objektiven
    Aufgaben und Möglichkeiten der Gewerkschaften.
    Mit der alten Demografie-Lüge (Einschnitte seien wegen der
    alternden Bevölkerung alternativlos), sollen die Menschen entmutigt und vom
    Widerstand abgehalten werden.
    Die Betroffenen sollen widerstandslos arm sein und möglichst früher
    sterben.

    Deutschland ist das einzige Land in Europa, das unterschiedliche Systeme der Altersversorgung hat, im wesentlichen gesetzliche Rentenversicherung, berufsständische Versorgung und Beamtenversorgung. Politik und Justiz haben für sich selbst nicht nur wesentlich bessere Regelungen geschaffen, sie haben auch spätestens seit 1978 elementare Grundrechte für die Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung außer Kraft gesetzt, Gleichheitssatz, Eigentumsschutz für die Beiträge, Rechtsstaatsprinzip (keine rückwirkenden Eingriffe) Nachlesen kann man das in den Entscheidungen des BVerfG vom 01.07.1981 (1 BvR 874/77 u.a.) oder vom 27.02.2007 (1 BvL 10/00, Absätze 53, 55 und 70).
    Ein wirkliches Solidarsystem erfordert die Einbindung aller Bürger in allen drei Lebensphasen. Denn alle Bürger profitieren in jungen Jahren von dieser Solidarität (Schule, Ausbildung) ebenso wie im Alter (Rente, Pension), aber diejenigen, die im Alter am meisten von dieser Solidarität profitieren, klinken sich während ihres Berufslebens kraft eigener Entscheidungsbefugnis aus dem Solidarsystem aus.

    Es wäre endlich an der Zeit, dass ALLE aufwachen und gemeinsam kämpfen.

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  6. Politisch Verantwortliche sind nicht selbst betroffen, was sie für gesetzl. Rentenversicherte entscheiden, es entscheiden nur Leute, die nicht selbst betroffen sind und das bemerken auch junge Leute. Sie bemerken ebenso, dass nur ein System, in das alle einzahlen, den Frieden erhält und tragbar ist und so nicht jeder gegen jeden ausgespielt wird. Gert Flegelskamp erklärt es genau richtig.
    Auch bemerken jüngere Leute, dass jede Kürzung des Rentenbeitrags, längere Arbeitszeiten, weitere Rentenkürzungsfaktoren, die zunehmende Besteuerung der gesetzl. Rente vor allem sie treffen wird, sollte nicht schnellst mögliche eine grundlegende Änderung umgesetzt werden. Es ist schon mal gut, dass auch die Gewerkschaften beidrehen, nur benennen sie immer noch nicht die ursächlichen Strickfehler des deutschen gesetzl. Rentensystems. Und solange das nicht passiert, bleibt alles brüchige Kosmetik. Diese Lebensleistungsrente oder wie sonstwie ein neues Renten-Konstrukt genannt wird, ändert rein gar nichts, vor allem dann nicht, wenn weiterhin Renditegeier und Versicherungskonzerne bedient werden. Das Alterseinkünftegsetz ist nur möglich gewesen, weil falsche Daten die Grundlage lieferten, um nicht zu sagen: Betrug!
    Verhindert wird eine gerechte Rente durch Politik und Justiz, die für sich selbst nicht nur wesentlich bessere Regelungen geschaffen haben, sie haben auch spätestens seit 1978 elementare Grundrechte für die Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung außer Kraft gesetzt, Gleichheitssatz, Eigentumsschutz für die Beiträge, Rechtsstaatsprinzip (keine rückwirkenden Eingriffe).
    . . . . Ein wirkliches Solidarsystem erfordert die Einbindung aller Bürger in allen drei Lebensphasen. Denn alle Bürger profitieren in jungen Jahren von dieser Solidarität (Schule, Ausbildung) ebenso wie im Alter (Rente, Pension), aber diejenigen, die im Alter am meisten von dieser Solidarität profitieren, klinken sich während ihres Berufslebens kraft eigener Entscheidungsbefugnis aus dem Solidarsystem aus. . . .
    Eine Solidargemeinschaft benötigt Treuhänder, der zuverlässig mit Beiträgen wirtschaftet und diese nicht zweckentfremden und von der Politik an die weltweit agierenden Renditegeier verscherbeln lässt.

  7. Gert Flegelskamp

    Zunächst vertrete ich die Ansicht, dass die falsche Metapher „Generationenvertrag“ von Gewerkschaften nicht verwendet werden sollte.
    Wichtig wäre es, die Funktionsweise der umlagenfinanzierten Rente endlich mal transparent und verständlich darzustellen, unter Einbeziehung des Mackenroth Theorems.
    Ich versuche eine Kurzfassung!
    Jeder, der in einem versicherungspflichtigen Job tätig ist, zahlt einen prozentualen Beitrag seines Einkommens für eine spätere Rente ein. Das 1957 eingeführte Umlagesystem nach Prof. Schneider und Prof. Höpfner wurde zwar von Adenauer nicht ganz so umgesetzt, wie von den Professoren konzipiert, dennoch wurde damit ein krisensicheres Rentensystem geschaffen.
    Es sind nicht die Alten, die sich an den Beiträgen der arbeitenden Generationen gütlich tun, wie gerne dargestellt wird.
    In einer privaten RV müssen die Versicherer Renditen erwirtschaften, um die Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Das Umlagesystem geht einen anderen Weg. Statt in obskure Geschäfte zu investieren, werden die Beiträge sofort wieder in Form von Renten in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt, beleben damit den Binnenmarkt und der Staat schöpft unmittelbar wieder Steuern (Umsatzsteuer, indirekte Produktsteuern) ein.
    Auch die Rentenanpassungen funktionieren auf dieser Basis. Werden Löhne und Gehälter angehoben, steigen für die Arbeitnehmer aufgrund der höheren Einnahmen auch die Abgaben für die Renten. Durch die Koppelung des Rentensystems an die Einkommensverhältnisse können so die Renten an das Inflationsniveau angepasst werden.
    Jede Form der Alterssicherung basiert darauf, dass Beiträge entrichtet werden, auf die ein Rückgriff bis zum Eintritt in die Rente nicht möglich ist. Das gilt für Privatversicherungen ebenso wie für die GRV. Rentner beuten also nicht die Jugend aus, sondern bekommen nun das Geld, dass sie während ihres Arbeitslebens als Rentenbeiträge investiert haben, in Form von Renten zurück, deren Höhe sich nach einem leicht verständlichen Verfahren berechnet.
    Nicht die Zahl der Geburten ist ausschlaggebend für die Rente, sondern die Zahl der (besetzten) beitragspflichtigen Jobs.
    Es war die Koalition rot/grün, die mit der Rentenreform maßgeblich nachteilig auf dieses Rentensystem eingewirkt hat. Es waren alle Regierungen seit der Einführung des Umlageverfahrens, die den Beitragszahlern Lasten auferlegt haben, die als gesamtgesellschaftliche Verpflichtungen hätten aus Steuermitteln finanziert werden müssen. Das bedeutet, dass alle nicht in der GRV versicherten Menschen in diesem Land Steuervorteile bekommen, die ausschließlich von den Beitragszahlern der gesetzlichen Rente finanziert werden. Die Mütterrente der Frau Nahles zählt auch dazu.
    Und es war das BVerfG, das mit seinem Urteil zur nachgelagerten Besteuerung auf der Basis nachweislich falscher Daten die Altersarmut für die Zukunft forciert hat.

    • Danke an Sie als bewährter Kämpfer für mehr Gerechtigkeit und Ehrlichkeit in der Rentendebatte!!

      Ihre Richtigstellungen verhallen nur leider solange ungehört im Politik-Alltag, bis mal wieder eine Wahl ansteht und sich plötzlich alle angeblich um die Rentner kümmern wollen.

      Natürlich, ohne die erheblich bessere Altersversorgung zu benennen, die den nicht gesetzlich Versicherten in den vielen alternativen berufs- und standesrechtlichen Alters-Sicherungssystemen ermöglicht wird.

      Ich befürchte nach den Ankündigungen von Frau Nahles allerdings, dass mit der Frischzellenkur für das ‚Riestern‘ und allerlei Täuschungsmanövern wieder eine dieser Reformen zustande kommen wird, nach denen für die ‚gesetzlichen‘ Rentner alles nur noch schlimmer geworden ist.

      Wie der Staat sich aus der Rentenkasse bedient, hat mich verstehen lassen, warum der Deutsche Richterbund schon im Jahre 2012 REGIERUNGSKRIMINALITÄT beklagt hat.

  8. Frau Merkel, bitte sichern Sie für die jüngeren Generationen eine gesetzliche Rente, von der
    diese auch leben können.
    Für diesen Zweck ist die gesetzliche Rente doch gedacht! Und ich lege Ihnen hier die Situation
    der alleinstehenden Frauen an’s Herz, die sich größtenteils beim Sozialamt die Rente aufstocken
    lassen müssen. Das kann einfach nicht sein.

  9. Dann gilt es jetzt, die jungen Leute davon zu überzeugen, daß genau diese sichere, umlagefinanzierte Rente, in die alle Einkommenbezieher einzhlen, nur von der LINKEN gefordert wird! Alle anderen Parteien im Bundestag – demnächst wohl auch die AfD – wollen die gesetzliche Rente weiterhin verschlechtern und fordern, durch fragwürdige privaten Zusatzrenten wie etwa Nahles „Lebensleistungsrente“ zusätzliches Geld, daß darüberhinaus überall für den Konsum fehlt, weiterhin den Versicherungskonzernen hinterher zu werfen!
    Eine weitere Frage ist, ob diese Umfrage repräsentativ für die alle jungen Deutschen ist. Viele gehen den Worthülsen unser Regierungs-, Versicherungsvertretern und denen der Geldinstitute auf den Leim, die noch immer private Vorsorge fordern.

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